Besuch der 62A in der Gedenkstätte Mauthausen

Auf Eigeninitiative der 62A besuchten wir die Gedenkstätte Mauthausen. Alle Vorbereitungen, sowie die Anreise organisierten sich die SchülerInnen selbst. Gabi Schartlmüller schildert im nachfolgenden Text ihre Eindrücke.

Schon auf der Hinfahrt mit dem Auto nach Mauthausen überlegte ich, ob es uns möglich sein wird, das Unfassbare, das an diesem Ort geschehen ist wenigstens in Ansätzen zu verstehen.
Bereits die Schilderung, von Waltraud, unseres Guides, wie der Marsch der Häftlinge vom Bahnhof, durch die Stadt Mauthausen, zum Lager ablief, rief in mir Entsetzen über die Teilnahmslosigkeit der Bevölkerung hervor. Karawanen von Menschen die mit ihren Holzpantoffeln durch den Ort getrieben wurden. Tausende und Abertausende zum Lager, aber keiner ging den Weg zurück….. .
Da ich etwas von der Atmosphäre der Gedenkstätte aufnehmen wollte, ersparte ich mir den Weg über die Todesstiege und entschied mich bei der „Fallschirmspringerwand“ zu warten. Eine Bank in der Nähe des Denkmals der DDR bot sich mir zur Rast an. Während ich meinen Gedanken nachhing, kroch in mir das Gefühl von Unbehagen empor. Kein Geräusch, keine Bewegung, kein Vogelgezwitscher – Totenstille.
Wenn man bedenkt, dass hier 200 000 Menschen inhaftiert und die Hälfte davon in der Gaskammer, in der Genickschussecke, am Galgen, auf der Todesstiege mit der Fallschirmspringerwand, durch „Selbstmord“ umgekommen sind, dann dürfen wir nicht still sein zu religiöser Hetze, Ausländerfeindlichkeit, zu „rassistischer“ Verfolgung, sonst laufen wir Gefahr, dass in Europa wieder Stille herrscht – Totenstille.

Autorin: Gabi Schartlmüller

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6 Antworten zu “Besuch der 62A in der Gedenkstätte Mauthausen

  1. Robert Könitzer

    Liebe Gabi, Dein Text ist einprägsam und berührend. Das zeitlose, unvorstellbar bösartige Potential des Menschen macht Deine Warnung zu einem immer aktuellen Aufruf an uns alle, den ich nach den Eindrücken unserer Exkursion hiermit unterstütze. Hören wir nie auf, uns vor Augen zu halten, wozu wir fähig sind. Grüße Robert

  2. Gerhard Treiber

    Liebe Gabi,
    Dein Text war sehr berührend. Während Du oben an der „Falschschirmspringerwand“ gewartet hast, ergriff mich unten vor der Wand sehr große Trauer und Wut. Und während Dich die Totenstille erschauern ließ, war es bei mir die üppig wuchernde Natur, die den Ort des Grauens überwucherte, und die Geräusche ihres unbändigen Lebensdranges.

    Ja, lasst uns niemals vergessen, zu welchen schrecklichen Grausamkeiten wir Menschen fähig sind! Aber lasst uns auch nicht vergessen, zu welchen Taten der Liebe, Gerechtigkeit und Menschlichkeit wir ebenfalls fähig sind – und vielleicht gerade deshalb, weil wir auch die andere Seite in uns haben!
    Liebe Grüße, Gerhard

  3. Pingback: Neues aus der Blogosphäre :: Juni’09 « eBetriebsrat

  4. Hallo Gabi!
    Ich verstehe eure Erschütterung, sehr gut, ich war als 14 jähriges Mädchen mit der Schule dort. Es war ganz einfach fürchterlich! Ich hatte damals richtig Gänshaut. Das weiß´ich noch wie heute, obwohl das über 30 Jahre her ist. Wir sind damals auch über die Todesstiege hinunter gegangen, und nach wenigen Stufen war mir total schwindelig, weil diese Stiegen verschiedene Höhen haben. Kein Mensch hat das Recht , einem anderen Menschen so etwas anzutun.
    Mit ganz lieben Grüßen, deine Koll. vom KD 21

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